Für Eltern und Lehrkräfte
Wenn die Entscheidung am Küchentisch fällt
Über eine Ausbildung entscheidet selten der Jugendliche allein. Meistens sitzen Eltern mit am Tisch, oft geben Lehrkräfte den ersten Anstoß. Diese Seite ist für Sie geschrieben, nicht für Ihr Kind. Sie beantwortet die Fragen, die uns erfahrungsgemäß von Erwachsenen gestellt werden.
Für Eltern
Die verbreitetste Sorge lautet, das Kfz-Handwerk sei ein Beruf von gestern. Unser Alltag sagt etwas anderes. Der überwiegende Teil der Arbeit, die bei uns ankommt, beginnt nicht mit dem Schraubenschlüssel, sondern mit einer Frage: Warum verhält sich dieses Fahrzeug so? Ein moderner Wagen besteht aus Dutzenden Steuergeräten, die miteinander sprechen. Wer den Fehler darin findet, arbeitet mit dem Kopf.
Der Weg ist nicht zu Ende, wenn die Ausbildung endet
Dreieinhalb Jahre bis zur Gesellenprüfung, danach Spezialisierung, Servicetechniker, Meisterprüfung, Technikerschule. Wer die Meisterprüfung besteht, hat Zugang zur Hochschule, auch ohne Abitur. Die Entscheidung für eine Ausbildung verschließt also keine Tür.
Die Arbeit ist schwer zu ersetzen
Eine Diagnose lässt sich nicht auslagern und nicht automatisieren. Das Fahrzeug steht dort, wo der Mensch steht. Das ist der nüchterne Grund, warum in diesem Handwerk Fachkräfte gesucht werden und nicht abgebaut.
Was Ihr Kind bei uns sieht
Wir arbeiten mit denselben Diagnosesystemen wie die Vertragswerkstätten: XENTRY für Mercedes-Benz, ODIS für die Volkswagen-Gruppe, ISTA für BMW. Dazu kommt die Programmierung von Steuergeräten, die bundesweit zu uns eingeschickt werden. Das ist ungewöhnlich für einen Betrieb unserer Größe und für einen technikinteressierten Jugendlichen der eigentliche Reiz.
Wir bilden aus, weil wir Leute brauchen
Ein Ausbildungsplatz ist bei uns keine Geste. Wir suchen Menschen, die bleiben und sich einarbeiten, weil unsere Spezialgebiete Zeit brauchen. Was das für die Zeit nach der Ausbildung heißt, besprechen wir offen und rechtzeitig, nicht im letzten Lehrjahr.
Unser Vorschlag: Kommen Sie mit. Wir bieten einen Schnuppertag an, und Eltern sind ausdrücklich willkommen. Sie sehen die Halle, die Geräte und die Menschen, mit denen Ihr Kind arbeiten würde. Ehrlich in beide Richtungen: Passt es nicht, sagen wir das auch.
Für Lehrkräfte und Berufsberatung
Wenn Sie Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung begleiten: Wir nehmen Praktikanten und Schnuppertage an und beantworten Fragen zum Berufsbild auch dann, wenn daraus keine Bewerbung wird. Was wir anbieten können:
- Ein Tag in der Werkstatt für einzelne Jugendliche, mit Begleitung durch eine feste Ansprechperson.
- Auskunft zum Berufsbild aus erster Hand: was sich in den letzten Jahren verändert hat und welche Anforderungen heute wirklich gestellt werden.
- Fachliche Einordnung für den Unterricht aus unserem Bestand an Werkstattartikeln, etwa zu Fahrzeugelektronik, Diagnose und Hochvolttechnik.
Melden Sie sich einfach telefonisch unter 05505 5236 oder über das Kontaktformular. Eine Terminabsprache braucht bei uns keinen langen Vorlauf, aber gern etwas Vorlauf.
Häufige Fragen von Eltern
- Der Anteil der Elektronik am Fahrzeug wächst seit Jahren, und genau dieser Teil der Arbeit lässt sich nicht automatisieren: Ein Fehler muss eingegrenzt, gemessen und verstanden werden. Antriebsart ändert daran wenig. Was sich ändert, ist das Werkzeug, mit dem gearbeitet wird - Hochvolttechnik und Diagnosesysteme sind längst Teil der Ausbildung.
- Ja. Wer die Meisterprüfung besteht, hat in Deutschland Zugang zur Hochschule, auch ohne Abitur. Der Weg über eine Ausbildung schließt ein Studium also nicht aus, sondern eröffnet es zusätzlich - mit Berufserfahrung und ohne Wartesemester.
- Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Danach stehen mehrere Wege offen: Spezialisierung auf ein Fachgebiet, Servicetechniker, Meisterprüfung, Technikerschule oder Studium. Wer bleibt, arbeitet sich in unsere Spezialgebiete ein.
- Am besten, indem es einen Tag in einer Werkstatt steht. Wir bieten einen Schnuppertag an, und Sie dürfen gern mitkommen. Ein Tag in der Halle beantwortet mehr Fragen als jede Broschüre - und er beantwortet sie in beide Richtungen.
- Hauptschulabschluss oder höher. Wichtiger als die Noten ist uns das Interesse an Fahrzeugtechnik und die Bereitschaft, sich in Elektronik einzuarbeiten. Wer gern versteht, warum etwas nicht funktioniert, bringt die richtige Voraussetzung mit.
- Rufen Sie an: 05505 5236, Montag bis Freitag von 7:30 bis 16:30 Uhr. Sie erreichen den Betrieb direkt, nicht eine Zentrale. Fragen von Eltern und Lehrkräften beantworten wir gern, auch ohne dass sich Ihr Kind schon beworben hat.